Angebotsspreise

Immobilienverkauf: Warum der höchste Angebotspreis nicht immer der Beste ist

Wer zu hoch startet, verkauft am Ende möglicherweise unter Wert. Warum eine realistische Preisstrategie beim Immobilienverkauf entscheidend ist – und weshalb Eigentümer nicht dem höchsten Preisversprechen vertrauen sollten.

 

„Wir haben ja Zeit – günstiger werden können wir immer noch!“

Diesen Satz höre ich als Immobilienmaklerin immer wieder. Und ich kann ihn gut verstehen.

Wer seine Immobilie verkaufen möchte, hat selbstverständlich den Wunsch, einen möglichst hohen Verkaufspreis zu erzielen. Schließlich steckt in einem Haus oft ein großer Teil des eigenen Vermögens – und nicht selten auch ein ganzes Leben voller Erinnerungen.

Doch genau hier beginnt häufig das Problem: Der persönliche Wert einer Immobilie ist nicht automatisch ihr Marktwert.

Viele Eigentümer sind überzeugt, dass sie mit einem besonders hohen Angebotspreis nichts verlieren können. Sollte sich kein Käufer finden, lässt sich der Preis schließlich später reduzieren.

Was auf den ersten Blick logisch erscheint, kann sich jedoch als kostspieliger Fehler herausstellen.

 

Der höchste Preis verspricht nicht automatisch den besten Verkauf

Wer eine Immobilie verkaufen möchte, holt häufig mehrere Maklermeinungen ein. Das ist grundsätzlich sinnvoll.

Schwierig wird es allerdings, wenn die Entscheidung allein davon abhängt, welcher Immobilienmakler den höchsten Verkaufspreis nennt.

Ein besonders hoher Schätzwert klingt zunächst verlockend. Doch entscheidend ist nicht, welcher Preis im Beratungsgespräch genannt oder später im Immobilienportal veröffentlicht wird.

Entscheidend ist, welchen Kaufpreis ein Käufer am Ende tatsächlich bereit und in der Lage ist zu bezahlen.

Eine seriöse Immobilienbewertung sollte deshalb auf nachvollziehbaren Marktdaten, dem Zustand der Immobilie, ihrer Lage, Ausstattung und der aktuellen Nachfrage beruhen.

Meine Aufgabe als Immobilienmaklerin sehe ich nicht darin, Eigentümern möglichst hohe Preise zu versprechen. Vielmehr möchte ich ihnen eine ehrliche Einschätzung geben – auch wenn diese nicht immer den eigenen Erwartungen entspricht.

Denn langfristig schafft Ehrlichkeit mehr Vertrauen als ein unrealistisches Preisversprechen.

 

Wenn eine Immobilie am Markt „verbrennt“

Eine neu angebotene Immobilie erhält in der Regel zunächst besondere Aufmerksamkeit. Kaufinteressenten, die bereits länger suchen, entdecken das neue Angebot und vergleichen es mit anderen Immobilien.

Ist der Angebotspreis jedoch deutlich überhöht, bleiben möglicherweise genau die Interessenten aus, die bei einer marktgerechten Preisgestaltung ernsthaft infrage gekommen wären.

Die Folgen zeigen sich häufig erst nach einigen Wochen:

  • Die Zahl der Anfragen und Besichtigungen bleibt hinter den Erwartungen zurück.
  • Die Immobilie steht zunehmend länger zum Verkauf.
  • Erste Preisreduzierungen werden notwendig.
  • Interessenten fragen sich, warum das Haus noch nicht verkauft wurde.
  • Kaufinteressenten spekulieren möglicherweise auf weitere Preisnachlässe.
  • Die Verhandlungsposition der Verkäufer kann schwächer werden.

In der Immobilienbranche sprechen wir dann häufig davon, dass eine Immobilie am Markt „verbrannt“ ist.

Damit ist gemeint, dass ein ursprünglich interessantes Objekt durch einen ungünstigen Marktauftritt und eine zu lange Vermarktungsdauer an Attraktivität verloren hat.

Besonders ärgerlich: Selbst nach einer deutlichen Preisreduzierung lässt sich die Aufmerksamkeit der ersten Vermarktungswochen nicht immer zurückgewinnen.

 

Zwei Beispiele aus meiner aktuellen Immobilienpraxis

Wie unterschiedlich sich eine Preisstrategie auswirken kann, zeigen zwei aktuelle Fälle aus meiner eigenen Vermarktungspraxis.

Beispiel 1: Mehrere Kaufzusagen und 11.000 Euro über dem Angebotspreis

Bei einem kürzlich vermarkteten Einfamilienhaus haben wir den Angebotspreis auf Grundlage meiner Markteinschätzung bewusst realistisch angesetzt.

Das Ergebnis war erfreulich: Bereits innerhalb von rund zweieinhalb Wochen lagen mehrere Kaufzusagen vor.

Durch die hohe Nachfrage konnte schließlich ein Verkaufspreis erzielt werden, der 11.000 Euro über dem ursprünglich angebotenen Preis lag.

Dieses Beispiel zeigt, dass eine marktgerechte Preisgestaltung keineswegs bedeutet, eine Immobilie unter Wert anzubieten.

Im Gegenteil: Wenn Lage, Zustand, Präsentation und Preis zusammenpassen, kann eine hohe Nachfrage entstehen, die eine sehr gute Ausgangssituation für die Verkaufsverhandlungen schafft.

Beispiel 2: Wenn die Preisvorstellung die Nachfrage ausbremst

Bei einer anderen Immobilie war die Ausgangssituation anders.

Die Eigentümerseite hatte eine deutlich höhere Preisvorstellung, als es meine Markteinschätzung nahelegte.

Die Immobilie wurde zunächst zu diesem höheren Preis angeboten. Die erhoffte Nachfrage blieb jedoch aus.

Inzwischen liegt ein Kaufangebot vor – allerdings deutlich unter dem ursprünglichen Angebotspreis.

Gleichzeitig steigt verständlicherweise die Nervosität. Die Vermarktung dauert länger als erhofft, die Wintermonate stehen bevor und laufende Kosten für Heizung, Versicherung und Unterhaltung fallen weiterhin an.

Aus dem anfänglichen Gedanken „Wir haben ja Zeit“ wird plötzlich die Sorge: „Warum verkauft sich unsere Immobilie nicht?“

Genau diese Situation möchte ich Eigentümern nach Möglichkeit ersparen.

Denn mit zunehmender Vermarktungsdauer wächst häufig nicht nur der zeitliche und finanzielle Druck. Auch die Bereitschaft, größere Preiszugeständnisse zu machen, kann steigen.

Natürlich ist jede Immobilie anders. Nicht jeder Verkauf verläuft schnell, und auch ein realistischer Angebotspreis garantiert keinen bestimmten Verkaufserfolg. Die beiden Beispiele zeigen aber, welchen Einfluss die richtige Preisstrategie haben kann.

 

Die Zeit arbeitet nicht immer für den Verkäufer

Ein Immobilienverkauf ist nicht nur eine Frage des Preises, sondern auch der Zeit.

Solange eine Immobilie nicht verkauft ist, entstehen möglicherweise weitere Kosten:

  • Heizungs- und Energiekosten, insbesondere im Winter
  • Gebäudeversicherung und Grundbesitzabgaben
  • Gartenpflege und laufende Instandhaltung
  • Finanzierungskosten bei bestehenden Darlehen
  • gegebenenfalls Kosten für eine bereits leerstehende Immobilie

Dazu kommt die emotionale Belastung, wenn sich der gewünschte Verkaufserfolg nicht einstellt.

Wer eine Immobilie länger als geplant auf dem Markt anbietet, sollte deshalb nicht nur den erhofften Verkaufspreis betrachten, sondern auch die laufenden Kosten und die Entwicklung der Nachfrage.

Ein hoher Angebotspreis nützt wenig, wenn er über Monate keinen Käufer findet.

 

Meine Verkaufsstrategie: Realistisch starten, Chancen nutzen

Als Immobilienmaklerin für Wegberg, Erkelenz, Mönchengladbach und den Kreis Heinsberg setze ich auf eine fundierte Immobilienbewertung und eine individuell abgestimmte Vermarktungsstrategie.

Dabei ist mir besonders wichtig:

1. Den Markt kennen: Nicht Wunschpreise, sondern aktuelle Marktdaten, Vergleichsangebote und die tatsächliche Nachfrage bilden die Grundlage.

2. Die Immobilie richtig positionieren: Ein marktgerechter Angebotspreis soll die passende Zielgruppe erreichen und ernsthafte Kaufinteressenten ansprechen.

3. Die Stärken der Immobilie herausarbeiten: Eine professionelle Präsentation, aussagekräftige Unterlagen und eine sorgfältige Vorbereitung schaffen Vertrauen.

4. Kaufinteressenten qualifizieren: Nicht allein die Zahl der Anfragen zählt. Entscheidend sind ernsthaftes Kaufinteresse, Bonität und die Finanzierbarkeit.

5. Den Verkauf professionell begleiten: Von der ersten Preisstrategie über die Verhandlungen bis zum Notartermin steht ein erfolgreicher und sicherer Verkaufsabschluss im Mittelpunkt.

Mein Ziel ist dabei nicht, eine Immobilie möglichst billig oder möglichst schnell zu verkaufen.

Mein Ziel ist es, unter den jeweiligen Marktbedingungen einen bestmöglichen Verkaufspreis zu erzielen – mit einer durchdachten Strategie und ohne unnötige Vermarktungszeit.

 

Mein Rat: Wählen Sie Ihren Immobilienmakler nicht nach dem höchsten Preisversprechen aus!

Wenn Ihnen verschiedene Immobilienmakler unterschiedliche Verkaufspreise nennen, stellen Sie eine wichtige Frage:

„Wie kommen Sie zu dieser Bewertung – und welche vergleichbaren Immobilien wurden tatsächlich zu diesen Preisen verkauft?“

Lassen Sie sich die Preisempfehlung erklären. Hinterfragen Sie, ob die genannten Zahlen auf realistischen Marktdaten beruhen oder hauptsächlich Ihre persönlichen Erwartungen bestätigen.

Ein guter Immobilienmakler sollte auch den Mut haben, Ihnen ehrlich zu sagen, wenn Ihre Preisvorstellung nicht mit dem aktuellen Markt übereinstimmt.

Denn der richtige Angebotspreis ist kein Zufall. Er ist das Ergebnis von Erfahrung, Marktkenntnis und einer sorgfältigen Analyse.

 

Mein Fazit: Nicht das höchste Versprechen zählt, sondern das Ergebnis!

Eine Immobilie lässt sich nicht allein deshalb zu einem bestimmten Preis verkaufen, weil dieser Preis gewünscht oder versprochen wurde.

Der Immobilienmarkt entscheidet letztlich mit.

Wer von Anfang an auf eine realistische Bewertung und eine professionelle Verkaufsstrategie setzt, schafft gute Voraussetzungen für einen erfolgreichen Verkauf – ohne unnötige Preisreduzierungen, lange Wartezeiten und wachsenden Verkaufsdruck.

Sie denken über den Verkauf Ihrer Immobilie nach?

Dann lassen Sie uns lieber frühzeitig über den richtigen Angebotspreis und die passende Verkaufsstrategie sprechen – statt später über notwendige Preisreduzierungen.

Ich berate Sie gerne persönlich, ehrlich und mit fundierter Kenntnis des regionalen Immobilienmarktes.

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Marion Müller-Platz
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